Erlebnisse mit Trauma-Patienten aus Zentralafrika und Kamerun

„Ich war schon tot und jetzt bin ich geheilt – und das alles ohne Medikamente!“ so fasste eine Teilnehmerin ihre Erfahrung zusammen nach meinem letzten 14-tägigen psychoterapeutischen Intensiv-Seminar im „Zentrum Marilen“ in Kribi/Kamerun.

Eine Gruppe von hoch-traumatisierten Patienten

Neun Personen aus der Zentralafrikanischen Republik (ZAR) und Kamerun – jung und alt, Mann und Frau – traumatisiert durch Kriegserfahrungen oder schwierige Kindheit – hatten den Mut, sich miteinander auf eine außergewöhnliche innere Reise zu begeben.

Aus einer völlig chaotischen und zerrissenen Welt kommend, ermöglichte die offene und friedliche Atmosphäre des Zentrums, die entspannende Weite des Meeres und die vielfältig gestaltete Tagesstruktur einen offenen und vorurteilsfreien Umgang miteinander.
Da saßen vor mir Menschen, die Unbeschreibliches erlebt hatten:

  • Flüchtlinge im eigenen Land, deren Häuser mit samt Hab und Gut verwüstet wurden;
  • Mütter, die bis heute nicht wissen, ob ihre verschleppten Kinder noch leben;
  • Männer, die durch eine traumatisierte Kindheit depressiv wurden,
  • Frauen, die durch ihren Einsatz für andere traumatisiert sind etc.

…..und sie ließen sich darauf ein, nicht nur individuelle Therapie vom Doktor zu erhalten, sondern eine therapeutische Gemeinschaft zu werden.

Mosaik der therapeutischen Arbeit

Wie in einem Mosaik trugen verschiedene Elemente zur Therapie bei:

  1. individuelle ganzheitlich medizinische und psychotherapeutische Anamnese und Therapie

  2. Tagesstruktur zur Gemeinschaftsbildung
    bei Sport und Meditation morgens am Meer, regelmäßige Gruppenaustausch zur inneren Befindlichkeit, miteinander Kochen und Arbeiten in Haus und Garten, Zeit für Schweigen, Beten und Singen; miteinander Spielen und Lachen.

  3. Wertevermittelnde Elemente
    wurden eingeübt, wie Diskretion und Vertraulichkeit, achtsamer Umgang mit sich selbst und dem anderen, liebevoller Blick für sich selbst und den anderen, ohne innere Verurteilung oder Bewertung.

  4. Spirituelle Elemente
    Im spielerischen Umgang mit dem „Würfel der Liebe“ (Kunst des Liebens nach Jesu Beispiel) übte die Gruppe Empathie und Aufmerksamkeit für einander. Aus tiefer Einsamkeit entwickelte sich ein Getragen Sein vom anderen. Aggression, Feindesdenken und Panik verloren ihre innere Macht, lösten sich auf und machten Platz für Entspannung, Freude und inneren Frieden.

  5. Inforunde
    Jeden Vormittag im Kreis auf der Terrasse gab ich ihnen in Workshopform einen Schlüssel an die Hand, sich selbst in ihrer Traumatisierung etwas besser zu verstehen. Dabei erarbeiteten wir miteinander anhand ihres Zustands Symptome von z.B. Depression, Panik, Aggressionen, Haß, Trauer…. Das half ihnen, sich ihrer Traumatisierung bewusst zu werden, sie zu benennen und zu akzeptieren.

  6. Einzeltherapie in der Gruppe
    Der spannendste Moment des Tages für mich als Therapeutin und für die Gruppe war eindeutig der Nachmittag an einem geschützten Ort: Ich arbeitete intensiv psychotherapeutisch mit jeweils einer Person, der Rest der Gruppe nahm aufmerksam beobachtend teil.
    Durch das Nachstellen der traumatischen Schlüsselszene sollen die ganzen negativen Gefühle wie der Eiter bei einer tiefen Abszesswunde herausfließen, sich entleeren und damit Raum schaffen für Veränderung und Heilung. Dabei arbeite ich mit verschiedenen verhaltentherapeutischen oder tiefenpsychologischen Methoden.

Für die Betroffenen verändern sich ihre bisherigen Lebenseinstellungen und Traumatisierungen bis hin zu einer tiefen Befreiung. Diese überträgt sich auf die restlichen Gruppenmitglieder und findet ihren Ausdruck in tiefer Betroffenheit, in heilender Annahme und durch Tanzen und Singen.

Ich staune immer wieder, wie Heilung geschieht, im Zusammenspiel von therapeutischer Gemeinschaft, meiner Rolle als Therapeutin und einem Wohlfühl-Ort.

Ich war schon tot und jetzt bin ich geheilt – und das alles ohne Medikamente!“

Nur möglich mit Ihrer Unterstützung

Diese Arbeit wird bisher durch keine externen Geldgeber gefördert. Damit ich weiterhin Psychotherapie für traumatisierte AfrikanerInnen in Kamerun anbieten kann, danke ich Dir/Ihnen für Spenden (mit Spendenquittung) auf folgendes Konto:

Missionsärztliches Institut in Würzburg
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Stichwort: Dr. Reginamaria EDER , Kamerun santé

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